Survival-Fallenbau: Die Schlagfalle mit Viererauslöser (Figure-Four)

Dieser Artikel stellt eine einfache und bewährte Methode vor, eine Survival-Jagdfalle für Kleintiere zu improvisieren. In einer echten Krisensituation ist die aktive Nahrungsbeschaffung ggf. extrem kräftezehrend. Passive Jagdmethoden sparen wertvolle Energie, da sie rund um die Uhr für dich arbeiten. Der „Viererauslöser“ (Figure-Four Trigger) in Kombination mit einem schweren Schlaggewicht gehört zu den effektivsten und zuverlässigsten Mechanismen im Bushcraft- und Survival-Repertoire, um Nagetiere oder kleine Säuger und ggf. auch Vögel zu bejagen.
Disclaimer: Ethischer Kompass & Rechtliche Grenzen
Respekt vor dem Leben steht für uns an oberster Stelle. Wir befürworten weder Jagd noch Wilderei. Warum thematisieren wir also den Bau einer Schlagfalle?
Überlebenswissen als Ultima Ratio: Das Aufstellen von Fallen ist in Mitteleuropa rechtlich streng verboten (Wilderei, Tierschutz). Wir teilen dieses historische Wissen ausschließlich für den Fall einer echten, lebensbedrohlichen Krise. Nur in absoluten Extremsituationen, wenn es um das nackte Überleben geht, ist dieser letzte Ausweg zur Nahrungsbeschaffung vertretbar.
Trockenübungen ohne Jagdabsicht: Die Natur ist kein Testgelände für Überlebensphantasien. Übe die Konstruktion und Hebeltechnik immer nur „trocken“ – ohne schweres Schlaggewicht und absolut ohne Jagdabsicht. Ein möglicher, sicherer Ort für dieses Training ist der eigene Garten oder das Haus. Diese Fallenkonstruktion nie unbeaufsichtigt lassen, um versehentliche Unfälle zu unterbinden. Auch auf Haustiere und Kinder achten, falls vorhanden. Diese Art des Training muss verantwortungsbewusst und mit Weitsicht angegangen werden, oder gar nicht!
Das folgende Wissen ist vergleichbar mit Notfallmedizin: Du eignest es dir an und hoffst gleichzeitig innerlich, es nie in der Praxis anwenden zu müssen. Wenn du es aber unbedingt brauchst, wirst du Gott danken, dass du es hast und anwenden kannst!
Vorbereitung und Material
Das System basiert auf reiner Physik und Hebelwirkung. Alles, was du benötigst, ist ein massives Schlaggewicht (ein schwerer flacher Stein oder ein dicker Baumstamm) und das Auslösersystem aus Holz. Natürlich muss der Maßstab der Teile des Mechanismus sowie das Schlaggewicht entsprechend der potenziellen Beute angepasst werden.
Es nützt niemandem etwas, ein Eichhörnchen mit einem 50 Kg Steinbrocken zu zerschmettern!
Es kann hilfreich sein (weil das perfekte Gewicht, so wie die tatsächliche Beute ja meist nur geschätzt und nicht vorhergesehen werden kann), den Untergrund (Fallzone des Schlaggewichtes) so zu „polstern“ (Moos, Blätter o.ä.), dass das Tier auch bei zu schwerem Gewicht, nicht versehentlich zermalmt wird. Zudem wird das Beutetier so zuverlässig fixiert (in den Untergrund gedrückt und ob tot oder lebendig, bleibt es dann als Notnahrung eher verwertbar.
Ich demonstriere im Folgenden einmal die Vorbereitung, Installation und Handhabung der Falle einmal in einem Maßstab, wie er beispielsweise für Nagetiere und Kleinsäuger ausreichend bemessen ist, um in Notsituationen damit zu jagen.
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Suche dir drei etwa 30 bis 40 Zentimeter lange, fingerdicke und möglichst gerade Äste aus Hartholz (z.B. Haselnusszweige).
- Nimm einen flachen großen Stein oder einem geeigneten Baumstamm (Gewicht ca. 3 – 7 Kg)
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Achte darauf, die einzelnen Teile sorgfältig zu fertigen – je präziser die Schnitte, desto sensibler löst die Falle später aus bzw. lässt sie sich einstellen.
Bauanleitung: Figure-Four Mechanismus
Um die Mechanik in der Praxis fehlerfrei umzusetzen, unterteilen wir die Hölzer in Standpfosten (Ast 1), Hebelarm (Ast 2) und Auslöser (Ast 3).
Ast 1 (Der Standpfosten): Spitze das untere Ende an, um es später stabil in den Boden treiben zu können. Flache das obere Ende ab. Schnitze auf halber Höhe des Astes eine seitliche, rechtwinklige Kerbe (entsprechend der Dicke von Ast 3).
Ast 2 (Der Hebelarm): Flache beide Enden dieses Astes keilförmig ab. Setze etwa 10 Zentimeter vor dem oberen Ende eine Kerbe, in die das abgeflachte obere Ende von Ast 1 exakt hineinpasst.
Ast 3 (Der Auslöser & Köderstock): Flache das vordere Ende ab (hier wird später der Köder platziert). Das hintere Ende erhält eine Kerbe zur Aufnahme des unteren Endes von Ast 2. Schnitze zudem etwa 10 Zentimeter hinter der Köderspitze eine rechtwinklige Kerbe. Diese dient dazu, Ast 3 waagerecht in den Standpfosten (Ast 1) einzuhaken. Selbstverständlich solltest du den Köder vor der Montage der Falle am Köderstock anbringen, unter Spannung ist diese Falle oft auch für den Anwender eine potenzielle Verletzungsgefahr. Außerdem ist es sehr schwierig den Köder anzubringen, wenn die Falle steht, ohne diese auszulösen (sie muss ja so empfindlich kalibriert sein, dass sie jederzeit zuverlässig mit der Krafteinwirkung einer Maus ausgelöst wird, aber nicht so empfindlich, dass ein seichter Windhauch sie zum Einsturz bringen könnte).
Die Montage: So stellst du die Falle scharf
Der Zusammenbau erfordert etwas Fingerspitzengefühl, da das System erst durch den Druck des Gewichts seine Stabilität erhält.
1.) Basis setzen: Treibe Ast 1 stabil und senkrecht in den Boden.
2.) Köder befestigen: Binde deinen Köder jetzt schon extrem fest an das vordere, frei stehende Ende von Ast 3, damit das Tier später kräftig daran ziehen muss.
3.) Zusammenstecken: Hake Ast 3 mit seiner seitlichen Kerbe an Ast 1 ein.

4.) Hebel ansetzen:
Setze nun das untere, abgeflachte Ende von Ast 2 in die hintere Kerbe von Ast 3.

Und lege dann folgerichtig Ast 2 mit seiner oberen Kerbe auf die Spitze von Ast 1.
Halte die Konstruktion mit einer Hand zusammen.

5.) Gewicht auflegen und Spannen): Sobald du die Konstruktion ineinander verkeilt hast, lege das Schlaggewicht (z.B. einen Stein/ einen Stamm) nun äußerst vorsichtig an das nach oben ragende Ende von Ast 2. Lass das Gewicht langsam „ruhen“. Das Gewicht drückt Ast 2 nach unten und hinten. Ast 2 drückt Ast 3 dadurch kräftig gegen den Standpfosten (Ast 1). Die Falle hält sich jetzt durch reine Hebelwirkung von selbst. (Siehe Titelbild oben)
Zusammenfassung und Praxis-Tipps
- Gewicht: Sorgfältig bedenken! Auch wenn Schlagfallen im Grunde sehr zuverlässig funktionieren, darf das Gewicht weder zu schwer noch zu leicht sein, um die Beute nicht zu beschädigen/ sie nicht entkommen zu lassen.
Köder fixieren: Ein hochsensibler Auslöser nützt wenig, wenn das Beutetier den Köder trotzdem ohne Widerstand stehlen kann. Binde deinen Köder daher im Vorfeld extrem eng und fest an das vordere Ende von Ast 3. Das Tier muss gezwungen sein, daran zu ziehen. Dadurch gibt der Hebel nach, Ast 2 wird weggeschleudert und das Gewicht fällt augenblicklich herab.
Sicherheit beim Aufstellen: Ast 2 steht letztlich am Ende unter enormer Spannung und schnellt beim Auslösen oft unkontrolliert zur Fallrichtung des Schlaggewichtes weg. Halte beim Scharfstellen Hände und Gesicht unbedingt aus dem Fallbereich des Schlaggewichtes und aus der Flugzonedes Köderstocks.
Wiederverwendbarkeit: Die präparierten Hölzer nehmen beim Auslösen in der Regel selbst keinen Schaden. Du kannst sie nach einem Fehlschlag sofort wiederverwenden und auch eine lange Zeit weiternutzen, sollte dies nötig sein.
Effizienzsteigerung: Du kannst potenziell beliebig viele solcher Fallen an unterschiedlichen Orten aufstellen, um deine Erträge zu optimieren.
- Hinweis zum Anstand: Gehe deine Fallen regelmäßig ab, um zu verhindern, dass Tiere verletzt darunter eingeklemmt verenden oder mehr sinnlose Qualen erleiden als in Anbetracht einer Notsituation zwingend erforderlich ist. Erlöse leidende Tiere nach Möglichkeit, wenn sie durch deine Fallen verletzt wurden und lass sie nicht grausam verenden.




