DIY-Wasserfilter: Anleitung für den PET-Flaschen-Filter & chemische Wasseraufbereitung im Survival-Fall


In einer Krisensituation oder fernab der Zivilisation ist sauberes Trinkwasser überlebenswichtig. Wenn keine modernen Filtersysteme zur Hand sind, entscheidet das improvisierte Know-how über Gesundheit und Handlungsfähigkeit. Wer lernt, aus einfachsten Mitteln einen funktionierenden Wasserfilter zu bauen oder alternative Entkeimungsmethoden anzuwenden, bleibt in jeder Lage handlungsfähig.
Erfahre hier, wie du im Handumdrehen einen Wasserfilter aus einer PET-Flasche baust, welche Filtermaterialien am besten wirken und wie du Wasser chemisch sowie durch Sonnenlicht zuverlässig entkeimst.
Wenn du zufällig nach einem guten Wasserfilter für den Outdoor-Bereich und Notfälle suchst, können wir dir als bewährten Standard z.B. den kompakten Outdoor-Wasserfilter von Alpenwert* empfehlen.
Alternativ, besonders praktisch, da gleichzeitig als Trinkflasche konzipiert, den GRAYL GeoPress Outdoor Wasserfilter*.
1. Das Prinzip des improvisierten Wasserfilters
Um Wasser effektiv und gründlich aufzubereiten, leistet ein selbst gebauter Filter hervorragende Dienste. Die benötigten Materialien finden sich meist direkt in der Natur oder im direkten Umfeld: Stoff, Holzkohle, Gras, Kies, Sand und Watte bzw. Stoff sind leicht zu beschaffen und hochgradig effektiv.
Die Pflanzenstängel-Alternative
Alternativ zur Flasche lassen sich auch aus hohlen Stängeln diverser Pflanzen (wie beispielsweise japanischer Knöterich oder Engelwurz) kompakte Filter fertigen. Diese erzeugen zwar kleinere bzw. schmalere Filterkörper und liefern weniger Wasservolumen pro Zeit, funktionieren im Prinzip jedoch exakt wie die Flaschenvariante.
2. Step-by-Step-Anleitung: Den PET-Flaschen-Filter bauen
Der Bau eines klassischen Flaschenfilters ist unkompliziert und erfordert nur wenige Handgriffe:
Flaschenboden abschneiden: Schneide den Boden einer PET-Flasche ab. Der abgeschnittene Boden oder das untere Drittel der Flasche kann im Anschluss optimal als Auffanggefäß für das gefilterte Wasser dienen. (Hinweis: Bei der Nutzung von Pflanzenstängeln muss ein separates Auffanggefäß bereitgestellt werden).
Ablauf vorbereiten: Versehen Sie den Flaschendeckel mit einem kleinen Loch, durch das das gefilterte Wasser am Ende des Vorgangs ablaufen kann. (Analog dazu kann bei Pflanzenstängeln das innere Zwischensegment durchstochen werden).
Filterkörper befüllen: Drehe die Flasche um (mit dem Deckel nach unten) und platziere sie im Auffanggefäß. Befülle den Filterkörper nun schichtweise mit den verfügbaren Filtermaterialien.
3. Die richtigen Filtermaterialien und Schichtung
Für den Filter gilt: Nimm, was verfügbar ist. Ein funktionierender Filter kann aus zwei oder drei verschiedenen Medien bestehen, profitiert jedoch von einer mehrschichtigen Struktur.
Bewährte Filtermaterialien:
Holzkohle (grob und fein): Verwende lieber zu viel als zu wenig Holzkohle! Als Rohstoff ist sie bestens verfügbar und besitzt eine exzellente Filterwirkung gegen Schadstoffe und Gerüche.
Sand und Kies / Steine (grob und fein): Halten Schwebstoffe und grobe Partikel zurück.
Naturmaterialien: Stroh, Gras, feine Holzspäne oder der Flaum von Rohrkolben.
Feinfilterung: Watte oder Stoffreste fangen die allerfeinsten Partikel ab.
Schichtungs-Regel: Fülle die Schichten von fein nach grob in den Filter ein. Je mehr Schichten dein Filter hat und je dichter diese gepresst sind, desto länger dauert zwar die Durchlaufzeit, aber desto besser ist auch die Filterwirkung.
Gieße das zu reinigende Wasser nun oben in den Filter und beobachte das Ergebnis: Der optische Vorher-Nachher-Vergleich zeigt sofort, wie effektiv Partikel und Schwebstoffe herausgefiltert werden.
4. Abkochen und geschmackliche Optimierung
Auch nach der mechanischen Filterung gilt: Um ganz sicher wegen etwaiger Mikroorganismen und Keime zu gehen, sollte das gefilterte Wasser noch einmal abgekocht werden.
Tipp für den Geschmack: Mach einfach Tee draus!
Um den oft faden Geschmack von abgekochtem Wasser zu verbessern, kannst du beim Kochen ein paar frische Früchte, Kräuter oder Blüten hinzufügen. Hervorragend eignen sich:
Apfelstückchen
Blüten wie z.B. Rosenblüten (sämtliche Blüten verbreiteter Rosengewächse, Brombeeren, Himbeeren, Hagebutte usw.)
Spitzwegerich, Löwenzahn, Brennnessel, Gänseblümchen und was du sonst noch an schmackhaften Wildpflanzen findest.
Kurz gesagt: Hauptsache, das Wasser bekommt etwas Geschmack!
5. Chemische Wasseraufbereitung & die Rolle von Kupfer
Neben dem Filtern und Kochen ist die chemische Aufbereitung eine bewährte und sichere Methode, um Wasser keimfrei zu machen.
Chlor & Silberionen: Wassereinigungstabletten* auf Chlorbasis und Wasserreinigungsmittel* auf Basis von Silberionen wirken wie kleine Wunder. Sie töten Keime ab und konservieren das Wasser sogar über einen längeren Zeitraum (teils über Monate). Solche Präparate gehören in jedes gut sortierte Survival-Kit.
Die Rolle von Kupfer: Historisch und physikalisch spielt auch Kupfer eine spannende Rolle bei der Wasseraufbereitung. Kupfer besitzt von Natur aus oligodynamische Eigenschaften (antimikrobielle Wirkung). Der Kontakt von Keimen mit Kupferoberflächen schädigt deren Zellmembranen und hemmt das Bakterienwachstum. In Notfällen kann die Aufbewahrung von vorgefiltertem Wasser in kupferhaltigen Gefäßen oder das Einlegen von sauberem Kupfermaterial (z.B. ein Kabelrest) einen zusätzlichen Schutz gegen mikrobielle Verunreinigungen bieten, insbesondere wenn Wasser länger aufbewahrt werden soll.
6. Die PET- & Glasflaschen-Entkeimung (SODIS-Methode)
Es gibt eine weitere clevere Option zur Entkeimung von bereits vorgefiltertem oder leicht verunreinigtem Trinkwasser: die Sonneneinstrahlung.
Anwendung: Fülle eine transparente PET-Flasche oder eine durchsichtige Glasflasche mit dem zu entkeimenden Wasser und setze diese für 4 bis 6 Stunden direkter Sonneneinstrahlung aus.
Wirkungsweise: Die Kombination aus UV-Strahlung und Hitze reduziert Keime und Krankheitserreger drastisch. Das Ergebnis ist im Notfall eine einfache und ressourcenschonende Methode, an trinkbares Wasser zu gelangen. Voraussetzung ist natürlich entsprechender Sonnenschein, weshalb diese Methode vor allem im Sommer ihre volle Stärke entfaltet.
Wie du siehst, ist die Improvisation eines vernünftigen Wasserfilters kein Hexenwerk und kann in nahezu jeder Situation und Umgebung angewandt werden, ob in der Wildnis oder im Großstadtdschungel.
Wenn du zusätzlich noch entsprechende chemische Aufbereitungsmittel und ergänzende Skills mitbringst, bist du für die meisten Fälle hinreichend gewappnet. Im ernstfall kann dir dieses Wissen definitiv den Hintern retten. Am besten übe die Fertigung eines PET Wasserfilters (oder alternativer Varianten nach den geschilderten Prinzipien) mehrere Male, um im Ernstfall auf vorhandene Fähigkeiten zurückgreifen zu können und nicht erst im Notfall die Technik das erste Mal ausprobieren zu müssen.
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